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Der Kassel Krimi
Wolf S. Dietrich: Weinbergbunker
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  »He, Alter, was grinst du so blöd? Mach Platz!«Vier junge Männer mit Glatzen, in grünen Jacken und schwarzen Hosen brachen in meckerndes Gelächter aus, als Benjamin erschreckt zurückzuckte. Er wollte ausweichen, doch sie schnitten ihm den Weg ab und ließen keine Lücke, durch die er hätte schlüpfen können. Breitbeinig bauten sich zwei der Männer vor ihm auf, während die anderen Bierdosen aus ihren Jackentaschen kramten. Mit den Zähnen rissen sie die Verschlüsse ab und spuck­ten sie auf den Boden. Benjamin sah sich um, aber weit und breit war niemand, der ihm hätte helfen können.

   Langsam bewegte er sich rückwärts. Plötzlich fuhr ihm ein Stiefel zwischen die Füße und brachte ihn aus dem Gleichgewicht. Er taumelte und fiel zu Boden. Die Glatzköpfe lachten.

   »Alter, du musst erst fragen, ob du gehen darfst. Sag schön bitte, bitte zum Onkel«, zischte einer mit Bierdunstatem dicht an seinem Ohr. Benjamin schüttelte den Kopf.

   »Sieh da, der Kanake will nicht hören.«

   Blitzschnell umfassten zwei der Angreifer seine Arme, ein dritter griff in seine Hosen- und Jackentaschen. Den Inhalt warfen sie ihrem Anführer zu. Der hielt einen Zwanzig-Euro-Schein, eine KVG-Monatskarte und einen Zettel mit der Adresse eines Zahnarztes hoch.

   »Schau, schau, das ist wohl dein Freier, du alte Sau. Lässt sich von schwulen Untermenschen in den Arsch ficken und mit zwanzig Eiern abspeisen. Der ist ja nicht nur versaut, der ist auch noch bekloppt!«

   Wieder gab es Gelächter. Geld und Papiere verschwanden in den Taschen des Anführers.

   »Wir sollten ihm einen auf den Arsch verpassen!«, schrie einer der Glatzköpfe, »dann ist erst mal Sense mit der Sauerei.«

   Erwartungsvoll blickten alle zum Anführer. »Gute Idee«, nickte der schließlich, »jeder darf dreimal. Dreht den Kanaken um, und dann ran an den Arsch.«
   
    

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