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Leseprobe
Als sie oben auf dem Berg in den Waldweg einbiegen, der zu Annes Haus führt, bleibt Horst stehen, wittert und knurrt dann. Plötzlich stürzt er los, reißt Anne die Leine aus der Hand und rennt zwischen den Bäumen durch. Oh Gott, bestimmt ein Reh, sie muss den Hund einfangen, bevor er sich auf das fremde Tier stürzt, und ein Jäger oder der Förster ihn erwischt. Sie wirft ihr Fahrrad auf den Weg und spurtet hinter dem Hund her in den dämmrigen Wald hinein.
Horsts Bellen entfernt sich eine Weile und bricht dann plötzlich ab. Um Anne herum ist der Wald schon fast dunkel. Sie geht langsam weiter und hält sich die Körperseite ... „Puh ...“, Seitenstechen.
Wo soll sie jetzt nach diesem Hundevieh suchen? Sie kann kaum noch etwas sehen. Ein letzter, fahler Lichtstrahl geht durch die Bäume. Im Laub raschelt es, und der Weg unter ihren Füßen knackt. Was ist das? Ein merkwürdiges Geräusch, ein Schleifen, dann wieder das Rascheln von Blättern. Anne bleibt stehen und schaut angestrengt in den kleinen Abschnitt Kiefernwald hinein, der jetzt merkwürdige Schatten wirft.
„Horst, Horst“, ruft sie, aber der Hund scheint zu weit weg zu sein, um sie zu hören.
Als sie langsam, Schritt für Schritt weitergeht, knackt es laut unter ihren Füßen: Zweige und Blätter, beruhigt sie sich selbst. Aber was ist das für ein Geräusch hinter ihr? Läuft da jemand?
„Hallo, Hallo, ist da jemand?“, ruft Anne. In diesem Moment springt vor ihr etwas aus dem Gebüsch auf den Weg, und sie wird von einem Lichtstrahl voll ins Gesicht getroffen. Anne zuckt zusammen, ihr Kopf geht zur Seite, die Augen weichen dem grellen Schein aus. Ein Schreckenslaut entfährt ihr. Als sie ihren Blick wieder auf den Weg richtet, sieht sie schemenhaft Schultern und Hosen, die kurz über dem Knie enden. Der Mann kommt auf sie zu ...
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